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Der
Wert entsteht im Kopf Bremst unsere Wirtschaftsordnung soziale Sicherheit und Fortschritt? Wie wir die Finanzierung von sozialen und gemeinnützigen
Maßnahmen und Projekten sicherstellen können. Gründung einer EUROPÄISCHEN AKADEMIE FÜR SOZIALE WERTSCHÖPFUNG gefordert. Von Gerhard Hein, Hamburg
Der
geschöpfte Wert (Geld) ist nicht auf Grund eines Naturgesetzes entstanden.
Der Wert ist das Ergebnis von Kalkulation und überlegtem Handeln, das
Ergebnis von Kopfarbeit. Erst kommt die Überlegung, danach das Handeln, dann
folgt das Geld. Wertschöpfung
funktioniert nicht ohne Einhaltung von strengen Regeln. Diese beeinflussen
maßgeblich das Ergebnis. So die ungeschriebenen Regeln des Marktes
hinsichtlich Angebot und Nachfrage. So die Regeln zum lauteren Wettbewerb.
Und nicht zuletzt die Regeln des Steuerrechts. Und noch viele weitere Regeln
....... Wer
gegen die Regeln verstößt, hat mit gravierenden Nachteilen zu rechnen.
Eventuell sogar mit gerichtlicher Bestrafung. Kurz
gesagt: Keine Wertschöpfung ohne Einhaltung von Regeln und
ohne wirtschaftliche Nachteile oder Sanktionen bei Regelverstößen! Dieses
Prinzip gilt aber nicht allein für die Wertschöpfung, die nach den Regeln der
Marktwirtschaft bewirkt wird. Das gleiche Prinzip würde auch für die von mir
beschriebene und angeregte gesetzlich geregelte SOZIALE WERTSCHÖPFUNG gelten. Was
könnte uns also davon abhalten, die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG per Gesetz
einzuführen? Wahrend sich die Methode
der marktwirtschaftlichen Wertschöpfung überwiegend an Renditezielen und Gewinnmaximierung
orientiert, zielt die Methode der SOZIALEN WERTSCHÖPFUNG auf
Sozialmaximierung. Sie ist ein Instrument zur Durchsetzung von sozialer
Gerechtigkeit und Chancengleichheit Sozialmaximierung
soll bewirkt werden durch eine am Bedarf ausgerichtete Arbeit in
gemeinnützigen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Altersversorgung,
Armutsbekämpfung, Familienhilfe, Völkerverständigung, Umwelt- und Klimaschutz
und vieles mehr. Genau
so, wie seinerzeit Regeln für die Marktwirtschaft geschaffen wurden, so
ließen sich heute auch Regeln für die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG schaffen. - Warum
sollte das nicht möglich sein? Warum tun wir das nicht? Soziale
und gemeinnützige Arbeit hat ihren eigenen Wert! Er
ist nicht geringer zu veranschlagen ist als der Gewinn, der durch die
Produktion und mit dem Handel von Gummibärchen und anderen Erzeugnissen
bewirkt werden kann. Deshalb ist zu fordern, dass Wertschöpfung (= Geld
machen) nicht allein durch den Handel
auf den Märkten, sondern auch durch bedarfsorientiertes soziales und
gemeinnütziges Handeln rechtlich möglich ist. Dazu wäre ein Fürsorgewirtschaftsgesetz
notwendig. Verwirklichen
ließe sich die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG im Rahmen einer dualistischen
Wirtschaftsordnung, in der sich die beiden Techniken der Wertschöpfung
gleichberechtigt und sich gegenseitig ergänzend anwenden lassen. Dualistische
Systeme sind nicht neu; sie sind weit verbreitet und aus unserem Leben nicht
mehr fortzudenken. Derartige Systeme sind zum
Beispiel ein Segelschiff mit Hilfsmotor oder ein modernes Kraftfahrzeug.
Können Sie sich ein Auto mit Benzinmotor, aber ohne elektrischen
Anlassermotor vorstellen? Noch
in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es Autos, deren Motor
mit einer Handkurbel in Gang gesetzt werden mußte.
Das war Knochenarbeit und mit Sicherheit ein Anlaß,
an der Fortentwicklung des Systems Automobil weiterzuarbeiten. Anders
verhält es sich allerdings in der EU mit unserer heutigen Wirtschaftsordnung.
Hier herrscht Systemstillstand. Es
wird bewußt nur auf die Marktwirtschaft gesetzt und
bezüglich der Wertschöpfung auf eine eigenständige, wertschöpfende
soziale Komponente verzichtet. Eine Komponente, die technisch gesehen
durchaus möglich wäre. Die durch diese Entscheidung stark eingeschränkte
Finanzierbarkeit von sozialen Maßnahmen macht u.a.
Sozialpolitik so schwierig. Doch
zurück zum Auto. Autos
ohne einen jederzeit startbereiten Anlassermotor existieren heute nur noch
als Oldtimer und als begehrte Liebhaber- und Museumsstücke. Doch
zum Glück ist noch niemand auf den Gedanken gekommen, die Technik eines
Oldtimers für alle Zeiten festzuschreiben und auf technische
Fortentwicklungen zu verzichten. Unsere
bestehende Wirtschaftsordnung, in der sich die Technik der Wertschöpfung am
Markt orientiert und festgeschrieben ist, gleicht einem Oldtimer. Der Verzicht auf die Technik der SOZIALEN
WERTSCHÖPFUNG ist eine Fortschrittsbremse! ·
Lösen wir
die Bremse! ·
Wozu haben
wir unseren Kopf? ·
Schaffen wir
eine zeitgerechte dualistische Wirtschaftsordnung mit marktorientierter
Wertschöpfung und SOZIALER
WERTSCHÖPFUNG! Es ist extrem wichtig, daß
wir uns vorrangig mit der Modernisierung der Wertschöpfung befassen. Wertschöpfung ist eine unserer wichtigsten
Existenzgrundlagen. Sie ist ein Kernproblem unserer Gesellschaft, weil sie
unmittelbaren Einfluß auf viele Lebensbereiche
nimmt. Gemeinnützige Projekte und
Maßnahmen in Bereichen wie Bildung und Völkerverständigung brauchen mehr
finanzielle Unabhängigkeit. Das verschafft ihnen ein größeres politisches und
wirtschaftliches Eigengewicht und würde ideelles, gemeinnütziges Engagement
häufig überhaupt erst möglich machen. Das Feld der Wertschöpfung darf nicht allein den
Vertretern eigennütziger Interessen wie Kaufleuten, Managern und Börsianern
überlassen bleiben. Auch die Vertreter gemeinnütziger Interessen müssen
gleichberechtigt zur Wertschöpfung ermächtigt und befähigt sein bzw. werden.
Das wäre ein Weg zu einer modernen Wirtschaftsdemokratie, die auch die
sozialen Aspekte ernst nimmt und berücksichtigt. Eine
dualistische Wirtschaftsordnung würde beiden Interessenlagen dienen. Doch
ebenso, wie marktwirtschaftliche Wertschöpfung traditionell durch zahlreiche
Institutionen (Handelskammern, Hochschulen usw.) in unserer Gesellschaft
verankert ist, ist auch für die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG eine institutionelle
Verankerung notwendig. Deshalb
fordere ich hiermit zur Gründung einer EUROPÄISCHEN AKADEMIE FÜR SOZIALE WERTSCHÖPFUNG auf. (Stand: 24. Mai 2008;
aktualisiert am 25.12.2008) |
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