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SEV - Stiftung Europaverständigung e.V.

Seit 1990

für eine fortschrittliche und bürgerfreundliche Verständigungs- und Sozialinfrastruktur im „Europäischen Haus“

 


 


 

Der Wert entsteht im Kopf

 

Bremst

unsere Wirtschaftsordnung

soziale Sicherheit und Fortschritt?

 

Wie wir die Finanzierung

von sozialen und gemeinnützigen Maßnahmen und  Projekten sicherstellen können.

 

Gründung einer

EUROPÄISCHEN

AKADEMIE FÜR SOZIALE WERTSCHÖPFUNG

gefordert.

 

Von Gerhard Hein, Hamburg

 

Der geschöpfte Wert (Geld) ist nicht auf Grund eines Naturgesetzes entstanden. Der Wert ist das Ergebnis von Kalkulation und überlegtem Handeln, das Ergebnis von Kopfarbeit. Erst kommt die Überlegung, danach das Handeln, dann folgt das Geld.

 

 

Wertschöpfung funktioniert nicht ohne Einhaltung von strengen Regeln. Diese beeinflussen maßgeblich das Ergebnis. So die ungeschriebenen Regeln des Marktes hinsichtlich Angebot und Nachfrage. So die Regeln zum lauteren Wettbewerb. Und nicht zuletzt die Regeln des Steuerrechts. Und noch viele weitere Regeln .......

 

 

Wer gegen die Regeln verstößt, hat mit gravierenden Nachteilen zu rechnen. Eventuell sogar mit gerichtlicher Bestrafung.

 

Kurz gesagt:

 

Keine Wertschöpfung ohne Einhaltung von Regeln und ohne wirtschaftliche Nachteile oder Sanktionen bei Regelverstößen!

 

Dieses Prinzip gilt aber nicht allein für die Wertschöpfung, die nach den Regeln der Marktwirtschaft bewirkt wird. Das gleiche Prinzip würde auch für die von mir beschriebene und angeregte gesetzlich geregelte SOZIALE WERTSCHÖPFUNG gelten.

 

Was könnte uns also davon abhalten, die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG per Gesetz einzuführen?

 

Wahrend sich die Methode der marktwirtschaftlichen Wertschöpfung überwiegend an Renditezielen und Gewinnmaximierung orientiert, zielt die Methode der SOZIALEN WERTSCHÖPFUNG auf Sozialmaximierung. Sie ist ein Instrument zur Durchsetzung von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit

 

Sozialmaximierung soll bewirkt werden durch eine am Bedarf ausgerichtete Arbeit in gemeinnützigen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Altersversorgung, Armutsbekämpfung, Familienhilfe, Völkerverständigung, Umwelt- und Klimaschutz und vieles mehr.

 

Genau so, wie seinerzeit Regeln für die Marktwirtschaft geschaffen wurden, so ließen sich heute auch Regeln für die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG schaffen. - Warum sollte das nicht möglich sein? Warum tun wir das nicht?

 

 

Soziale und gemeinnützige Arbeit hat ihren eigenen Wert!

 

Er ist nicht geringer zu veranschlagen ist als der Gewinn, der durch die Produktion und mit dem Handel von Gummibärchen und anderen Erzeugnissen bewirkt werden kann.

 

Deshalb ist zu fordern, dass Wertschöpfung (= Geld machen) nicht allein durch  den Handel auf den Märkten, sondern auch durch bedarfsorientiertes soziales und gemeinnütziges Handeln rechtlich möglich ist. Dazu wäre ein Fürsorgewirtschaftsgesetz notwendig.

 

 

Verwirklichen ließe sich die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG im Rahmen einer dualistischen Wirtschaftsordnung, in der sich die beiden Techniken der Wertschöpfung gleichberechtigt und sich gegenseitig ergänzend anwenden lassen.

 

 

Dualistische Systeme sind nicht neu; sie sind weit verbreitet und aus unserem Leben nicht mehr fortzudenken. Derartige Systeme sind zum Beispiel ein Segelschiff mit Hilfsmotor oder ein modernes Kraftfahrzeug. Können Sie sich ein Auto mit Benzinmotor, aber ohne elektrischen Anlassermotor vorstellen?

 

 

Noch in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es Autos, deren Motor mit einer Handkurbel in Gang gesetzt  werden mußte. Das war Knochenarbeit und mit Sicherheit ein Anlaß, an der Fortentwicklung des Systems Automobil weiterzuarbeiten.

 

 

Anders verhält es sich allerdings in der EU mit unserer heutigen Wirtschaftsordnung. Hier herrscht Systemstillstand.

 

Es wird bewußt nur auf die Marktwirtschaft gesetzt und bezüglich der Wertschöpfung auf eine eigenständige, wertschöpfende soziale Komponente verzichtet. Eine Komponente, die technisch gesehen durchaus möglich wäre. Die durch diese Entscheidung stark eingeschränkte Finanzierbarkeit von sozialen Maßnahmen macht u.a. Sozialpolitik so schwierig.

 

 

Doch zurück zum Auto.

 

Autos ohne einen jederzeit startbereiten Anlassermotor existieren heute nur noch als Oldtimer und als begehrte Liebhaber- und Museumsstücke.

 

 

Doch zum Glück ist noch niemand auf den Gedanken gekommen, die Technik eines Oldtimers für alle Zeiten festzuschreiben und auf  technische Fortentwicklungen zu verzichten.

 

 

Unsere bestehende Wirtschaftsordnung, in der sich die Technik der Wertschöpfung am Markt orientiert und festgeschrieben ist, gleicht einem Oldtimer.

 

Der Verzicht auf die Technik der SOZIALEN WERTSCHÖPFUNG ist eine Fortschrittsbremse!

 

·       Lösen wir die Bremse!

 

·       Wozu haben wir unseren Kopf?

 

·       Schaffen wir eine zeitgerechte dualistische Wirtschaftsordnung mit marktorientierter Wertschöpfung und SOZIALER WERTSCHÖPFUNG!

 

Es ist extrem wichtig, daß wir uns vorrangig mit der Modernisierung der Wertschöpfung befassen.

 

Wertschöpfung ist eine unserer wichtigsten Existenzgrundlagen. Sie ist ein Kernproblem unserer Gesellschaft, weil sie unmittelbaren Einfluß auf viele Lebensbereiche nimmt.

 

Gemeinnützige Projekte und Maßnahmen in Bereichen wie Bildung und Völkerverständigung brauchen mehr finanzielle Unabhängigkeit. Das verschafft ihnen ein größeres politisches und wirtschaftliches Eigengewicht und würde ideelles, gemeinnütziges Engagement häufig überhaupt erst möglich machen.

 

 

Das Feld der Wertschöpfung darf nicht allein den Vertretern eigennütziger Interessen wie Kaufleuten, Managern und Börsianern überlassen bleiben. Auch die Vertreter gemeinnütziger Interessen müssen gleichberechtigt zur Wertschöpfung ermächtigt und befähigt sein bzw. werden. Das wäre ein Weg zu einer modernen Wirtschaftsdemokratie, die auch die sozialen Aspekte ernst nimmt und berücksichtigt.

 

Eine dualistische Wirtschaftsordnung würde beiden Interessenlagen dienen.

 

Doch ebenso, wie marktwirtschaftliche Wertschöpfung traditionell durch zahlreiche Institutionen (Handelskammern, Hochschulen usw.) in unserer Gesellschaft verankert ist, ist auch für die SOZIALE WERTSCHÖPFUNG eine institutionelle Verankerung notwendig.

 

Deshalb fordere ich hiermit zur Gründung einer EUROPÄISCHEN AKADEMIE  FÜR SOZIALE WERTSCHÖPFUNG auf.

 

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(Stand: 24. Mai 2008; aktualisiert am 25.12.2008)   

 

 

 

 

 

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