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SEV - Stiftung Europaverständigung e.V.

Seit 1990

für eine fortschrittliche und bürgerfreundliche Verständigungs- und Sozialinfrastruktur im „Europäischen Haus“

 


 


 

 

 

Sozialstaatliche Reformen

ermöglichen durch neuartige Wege zu ihrer Finanzierung

 

 

Wenn allein schon die Vorstellung vom Wert eines Kunstwerkes oder einer Aktie dazu motiviert, ihn in

 bare Münze umzusetzen,

wie viel mehr sollte das für die Vorstellung vom

 Wert der Menschenwürde gelten!

 

Doch auf die Methode der Umsetzung

 kommt es an.

 

 

 

   Eine möglichst hohe Wertschöpfung und Kapitalbildung ist das Ziel jeder für den Markt bestimmten Produktion. Von ihr ist auch die Höhe des Steueraufkommens abhängig. Und vom Steueraufkommen wiederum ist abhängig, wie viel Sozialstaatlichkeit, also wie viel soziale und gemeinnützige Maßnahmen und Projekte wir uns leisten können. 

 

   Das bedeutet:

Das Ausmaß öffentlicher Fürsorge wird nicht vom aktuellen Bedarf bestimmt, sondern von den aktuell vorhandenen Möglichkeiten der Finanzierung.

 

   Es liegt an uns, wie wir öffentliche Fürsorge definieren. Hier sind mit Fürsorge gemeint grundsätzlich alle sozialen und gemeinnützigen Maßnahmen und Projekte. Allein an dieser kurzen Beschreibung wird deutlich, dass Fürsorge in diesem Sinne Arbeit ist und Arbeit schafft. Sie befriedigt die Bedürfnisse von Menschen in Not und die Bedürfnisse der Allgemeinheit nach sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit.

 

   Fürsorge ist keine Arbeit, die auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern auf Sozialmaximierung.

 

   Wir sollten uns von dem Gedanken lösen, dass Fürsorge wertverbrauchend ist, weil sie das Geld verbraucht, welches von den Steuerzahlern über den Markt erwirtschaftet wurde.

 

   Wir sollten uns mit der These anfreunden, dass auch Fürsorgearbeit produktiv und wertschöpfend ist, obgleich sie nicht auf den Markt zielt.

 

   Es ist nicht notwendig, öffentliche Fürsorge auf Krampf marktfähig zu machen! Sie lässt sich unabhängig von den Regeln des Marktes finanzieren, wenn für sie eigene, gesetzliche Regeln zum Zwecke einer bedarfsgerechten, sozialen Wertschöpfung geschaffen werden. Es liegt an uns, ob wir das wollen!

 

   Wertschöpfung durch Fürsorge kommt immer auch der Marktwirtschaft zugute – und zwar durch den vielfältigen Bedarf an Gütern und Leistungen, der durch die sozialen und gemeinnützigen Maßnahmen und Projekte ausgelöst wird.

 

   Unsere These sei: In einer modernen Volkswirtschaft sind zwei Wertschöpfungssysteme nebeneinander möglich, nämlich Markt und Fürsorge. Sie ergänzen und fördern sich gegenseitig im Sinne von Synergien.

 

   Stellen wir uns doch die Fürsorgewirtschaft als Partner der Marktwirtschaft vor und die Marktwirtschaft als Partner der Fürsorgewirtschaft.

 

   Wie sich in der Praxis die Wertschöpfung durch Fürsorge organisieren und nutzen ließe, ist in verschiedenen Veröffentlichungen sowie in einem Funktionsmodell Fürsorgewirtschaft beschrieben.

 

   Die Empfänger und Nutznießer von sozialen und gemeinnützigen Leistungen bezahlen für sie aus dem ideellen = gedachten Wert der Menschenwürde. Die Menschenwürde ist gemäß unserer Verfassung unser höchster Wert und deshalb unerschöpflich. Ein menschenwürdiges Dasein ist wertvoll, und es ist ein Bedürfnis der Allgemeinheit, welches es zu befriedigen gilt, unter anderem auch durch die öffentliche Fürsorge eines Sozialstaates.

 

   Ideelle Werte für die Wertschöpfung zu nutzen, gehört in der Marktwirtschaft zum täglichen lukrativen Geschäft. Denken wir dabei nur an Kunstauktionen und an den Börsenhandel, bei denen Umsätze in Millionenhöhe getätigt werden. Denken wir dabei an die euphorischen Gewinnerwartungen der Händler, welche den Wertschöpfungsprozeß maßgeblich beeinflussen.

 

   Warum also sollten wir den ideellen Wert, den die Menschenwürde besitzt, nicht zur Wertschöpfung in einer Fürsorgewirtschaft nutzen? Schließlich geht es hier doch um eine effektive Armutsbekämpfung, um die Beseitigung von sozialen und anderen Mängeln z.B. im Bildungs- und Gesundheitswesen, um die Förderung von Familien und Kultur, um die Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes, um Maßnahmen und Projekte zur Völkerverständigung und um vieles mehr.

 

   Wertschöpfende Fürsorge ist eine Investition in die Grundlagen für eine lebenswerte Zukunft unserer Gesellschaft.

 

 

Autor: Gerhard Hein

Soziale Wertschöpfung

 

 

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 (Stand: 31.10.2007)

 

 

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