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Stichwort: SOZIALE
WERTSCHÖPFUNG Soziales und Gemeinnütziges: Die Gefangenen des Marktes. Was
sich nicht wirtschaftlich rechnet, bleibt auf der Strecke. Von Gerhard
Hein, Hamburg Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Aufsatz ist kein Angriff des Autors auf die
Marktwirtschaft. Ganz im Gegenteil. Marktwirtschaft ist und bleibt
unentbehrlich! Doch dass Marktwirtschaft auch ihre Grenzen hat, wenn es
um die Finanzierung von sozialen
und gemeinnützigen Maßnahmen und
Projekten geht, ist nach meiner Wahrnehmung ein Tabuthema. Der Sinn eines Tabus ist ja, wie es kürzlich der bekannte
Journalist Ulrich Wickert formulierte, das Denken auszuschalten. Mit anderen Worten: Die Erde ist und bleibt – nach den Erkenntnissen aus
grauer Vorzeit – eine Scheibe. Es darf also nicht mehr darüber nachgedacht werden, ob die
Welt nicht auch eine andere Gestalt haben könnte. Und heute darf in Politik,
Wissenschaft, Gesellschaft und in den Medien – ähnlich wie in grauer
Vorzeit – offenbar nicht mehr darüber nachgedacht und diskutiert werden, ob es speziell für die bedarfsgerechte Finanzierung von sozialen und gemeinnützigen
Maßnahmen und Projekten nicht auch eine andere
Art und Weise der Wertschöpfung geben könnte, als die herkömmliche,
marktwirtschaftliche Methode. So könnte doch eine Methode entwickelt werden, welche mit
der Marktwirtschaft systemverträglich ist. Womit wir dann ein Dualistisches
Wirtschaftssystem hätten, ein System mit zwei sehr unterschiedlichen Methoden
der Wertschöpfung. Dualistische Systeme an sich sind keine neue Erscheinung
in unserer Welt. Sie begegnen uns auf Schritt und Tritt. Warum also nicht
auch in unserer Wirtschaftsordnung? Warum sollte die Koexistenz zweier Methoden in einer
Volkswirtschaft nicht funktionieren können? Es gibt viele
Beispiele für wirklich dringende
Maßnahmen und Projekte im sozialen und gemeinnützigen Bereich, die mit der
bisherigen Methode der Steuerschöpfung und Steuerumverteilung aus
finanziellen Gründen überhaupt nicht oder nur mangelhaft verwirklicht werden
können: So im Bildungs- und
Gesundheitswesen, bei der sozialen Sicherheit, bei
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Familienförderung, Natur-, Klima- und
Denkmalschutz, bei bürgernahen
Maßnahmen zur Völkerverständigung und vieles mehr.. Alle diese Maßnahmen und Projekte müssten nicht unbedingt
über die marktwirtschaftliche
Wertschöpfung und das davon abhängige Steueraufkommen finanziert werden, doch
sie alle nützen dem Markt, weil sie nur dort ihre Bedarfe decken können. Das
trägt zur Belebung der Wirtschaft bei.
Wird denn nicht immer wieder lautstark nach wirtschaftsbelebenden Maßnahmen gerufen? So wie ein modernes Auto für seine Fortbewegung immer zwei
Energiequellen braucht (Benzin aus dem Tank und Strom aus dem Akku), so
braucht auch eine moderne Volkswirtschaft zu ihrer Belebung nicht nur eine,
sondern zwei Quellen für die Wertschöpfung. Wie? – Siehe oben! Die Ökonomisierung von
Bereichen, die sich dafür eigentlich nicht recht eignen (siehe oben), ist kontraproduktiv zum Ziel einer sozialen Marktwirtschaft. Eine
derart fehlgeleitete Ökonomisierung sollte aus meiner Sicht rückgängig
gemacht und nicht weiter verfolgt werden. Das heute weithin verfolgte Prinzip „Was sich nicht wirtschaftlich rechnet,
bleibt auf der Strecke“
empfinde ich als ungeheuerlich und geradezu als unmenschlich. Ungeheuerlich und unmenschlich deshalb, weil wichtige
Maßnahmen für das Gemeinwohl gegenüber eigennützigen Interessenlagen als
zweitrangig eingestuft und vorsätzlich
nicht durchgeführt werden – wider besseres Wissen, dass für den
Fall des gemeinen Nutzens auch eine andere Art und Weise der Finanzierung als
über den Markt denkbar ist und machbar wäre. Die totale Anwendung des Prinzips führt zum Selbstmord
unserer parlamentarischen Demokratie, weil es den weit verbreiteten
Unmut und Zweifel an ihrer Fähigkeit
nährt, unter den gegebenen Umständen das Bestmögliche für das Volk bewirken zu können. Befreien wir also die Finanzierung der sozialen und
gemeinnützigen Maßnahmen und Projekte aus dem Gefängnis des Marktes und geben
ihr eigene Regeln für eine SOZIALE WERTSCHÖPFUNG im
Rahmen eines „Dualistischen Wirtschaftssystems“! Anmerkung: Am 10.12.2008 habe
ich die Bundesregierung gebeten, sich zum Thema SOZIALE WERTSCHÖPFUNG
öffentlich zu äußern. Am 06.02.2009 teilte
mir der Petitionsausschuß des Bundestages mit, dass
er auf Grund meiner am 10.01.09 eingereichten Petition eine Stellungnahme des
zuständigen Ministeriums angefordert habe. Neue
Spielräume für kommunales Engagement
Grafik
Dualistisches Wirtschaftssystem Weitere Artikel
des Autors und Impressum (Stand: 04.12.2008, danach ergänzt um den
ersten Absatz der Anmerkung. Aktualisiert am 01.03.2009)) |
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